LRS-Förderung: So unterstützen Sie Ihr Kind zu Hause und in der Schule
Von Dennis Schaible8 Min. Lesezeit
Eine LRS ist kein Grund zur Resignation – im Gegenteil. Mit der richtigen Förderung machen viele Kinder deutliche Fortschritte. Entscheidend sind Regelmäßigkeit, kleine Schritte und eine unterstützende Haltung. Hier finden Sie praktische Ansätze für zu Hause und für die Schule.
Zu Hause
Wie kann ich mein Kind zu Hause bei LRS unterstützen?
Am wirksamsten ist regelmäßiges, kurzes Üben statt seltener, langer Einheiten. Schon 10 bis 15 Minuten am Tag können mehr bewirken als eine Stunde am Wochenende. Bewährt haben sich:
- gemeinsames, entspanntes Lesen ohne Leistungsdruck
- Wörter in Silben zerlegen und laut mitsprechen
- kurze, feste Übungszeiten in den Tagesablauf einbauen
- Fortschritte sichtbar machen und loben
Übungen
Welche Übungen helfen bei LRS?
Sinnvolle Übungen setzen an den Grundlagen an: am Zusammenhang von Lauten und Buchstaben, am flüssigen Lesen und an häufigen Wörtern. Beispiele sind das Bilden von Wörtern aus einzelnen Lauten, das wiederholte Lesen kurzer, bekannter Texte und Silbenübungen. Wichtig ist, dass die Übungen zum aktuellen Stand des Kindes passen – zu schwere Aufgaben führen schnell zu Frust.
Schule
Was hilft in der Schule?
Suchen Sie das Gespräch mit der Lehrkraft. In vielen Bundesländern gibt es Möglichkeiten für einen Nachteilsausgleich – etwa mehr Zeit bei Klassenarbeiten oder eine angepasste Bewertung der Rechtschreibung. Die genauen Regelungen unterscheiden sich je nach Bundesland und Schule, weshalb ein direktes Gespräch der beste Weg ist.
Stolperfallen
Welche Fehler sollten Eltern vermeiden?
- zu langes, ermüdendes Üben, das Frust erzeugt
- Vergleiche mit Geschwistern oder Mitschülern
- Fehler rot anstreichen, ohne das Richtige zu würdigen
- Druck und Strafen bei ausbleibenden Fortschritten
Kinder mit LRS strengen sich meist überdurchschnittlich an. Anerkennung für den Einsatz ist deshalb genauso wichtig wie das Üben selbst.
Erster Schritt
Wo fange ich an?
Bevor Sie mit der Förderung starten, hilft es zu wissen, wo Ihr Kind steht. Eine erste Einschätzung mit unserem LRS-Test zum Ausdrucken zeigt Ihnen, in welchen Bereichen die größten Schwierigkeiten liegen – so können Sie gezielter fördern. Passt der Verdacht, lesen Sie auch, wie eine fachliche Diagnostik abläuft.
Häufige Fragen
- Wie oft sollte ein Kind mit LRS üben?
- Besser täglich kurz als selten lang. Schon 10 bis 15 Minuten regelmäßiges Üben sind wirksamer als seltene, lange Einheiten – vorausgesetzt, die Aufgaben passen zum Stand des Kindes.
- Braucht mein Kind bei LRS eine Nachhilfe oder Therapie?
- Das hängt von der Ausprägung ab. Leichtere Schwierigkeiten lassen sich oft zu Hause und in der Schule auffangen. Bei stärkerer Betroffenheit kann eine spezialisierte Förderung oder Therapie sinnvoll sein – das klären Fachleute im Rahmen der Diagnostik.
- Kann ich die LRS-Förderung selbst übernehmen?
- Eltern können viel zu Hause beitragen, vor allem durch regelmäßiges, geduldiges Üben. Bei ausgeprägter LRS sollte die häusliche Förderung durch fachliche Unterstützung ergänzt werden.
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Stand: 6. Juli 2026. Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und Orientierung und ersetzt keine ärztliche oder therapeutische Diagnose. Bei einem begründeten Verdacht auf eine Lese-Rechtschreib-Schwäche wenden Sie sich bitte an entsprechende Fachleute.